Brief (Transkript)
Peter W. an seine Ehefrau am 28.03.1945 (3.2002.7401)
No. 20.
Liebste Trude, Du mein Alles!
Ich weiß ja nicht, ob Dich diese Zeilen überhaupt noch erreichen - denn, wenn die Post nach dort genau so schlecht geht wie nach hier, dann mußt Du gewiß lange auf Nachricht von mir warten. Die Ereignisse im Westen nehmen ja auch nun dort einen rapiden Verlauf, daß wir von dort auch nichts mehr hören werden und wie lange die Verbindung zum Süden überhaupt noch bestehen bleibt, ist ja auch äußerst fraglich, denn lt. O.K.W. Bericht sind die Amerikaner nach schon über Aschaffenburg hinaus im Vordringen nach Osten. Ihr Ziel scheint ja zu sein, Nord- und Süddeutschland von einander zu trennen. Die Folgen davon wären nicht voraus zusehen! Für uns beide würde dann auch die letzte Verbindung unseres Briefschreibens noch wegfallen und wir würden in ein großes Dunkel steter Ungewißheit um einander eintreten. Es wird für uns dann eine harte, schwere Zeit werden. Wir wollen uns darüber von Anfang an im Klaren sein und als starke, frohe Gotteskinder alle Opfer, alles Sorgen und Nöten in heiliger Bereitschaft auf uns nehmen. Wie nie zuvor, treten wir unter das Kreuz unseres Heilandes und vereinen unser Leid, unsere Angst und Not mit der Seinen! Bleibe stark im Herrn, liebste Trude, wir glauben felsenfest an seine weise, göttliche Vorsehung, wir vertrauen in unerschütterlicher Weise auf seine Allmacht und Güte und schenken unserem Vater im Himmel restlos unsere Liebe!
Gründonnerstag!
Nach den herrlichen Tagen erwachenden Frühlings zog nun der Himmel das graue Kleid der Trauer an. Alles stimmt zur stillen Einkehr des Herzens. Wir haben in unserem Kirchlein wieder in ganz einziger Weise die Mysterien des Hl. Donnerstag gefeiert. Ich selbst durfte die ergreifenden Choralmelodien singen.
Nun leb’ wohl - Mit dem Kreuze unseres Heiles segne ich Dich auf immer und bleibe mit innigen und zarten Küssen
stets Dein Gatte Peter.
28.3.1945
Liebste Trude, Du mein Alles!
Ich weiß ja nicht, ob Dich diese Zeilen überhaupt noch erreichen - denn, wenn die Post nach dort genau so schlecht geht wie nach hier, dann mußt Du gewiß lange auf Nachricht von mir warten. Die Ereignisse im Westen nehmen ja auch nun dort einen rapiden Verlauf, daß wir von dort auch nichts mehr hören werden und wie lange die Verbindung zum Süden überhaupt noch bestehen bleibt, ist ja auch äußerst fraglich, denn lt. O.K.W. Bericht sind die Amerikaner nach schon über Aschaffenburg hinaus im Vordringen nach Osten. Ihr Ziel scheint ja zu sein, Nord- und Süddeutschland von einander zu trennen. Die Folgen davon wären nicht voraus zusehen! Für uns beide würde dann auch die letzte Verbindung unseres Briefschreibens noch wegfallen und wir würden in ein großes Dunkel steter Ungewißheit um einander eintreten. Es wird für uns dann eine harte, schwere Zeit werden. Wir wollen uns darüber von Anfang an im Klaren sein und als starke, frohe Gotteskinder alle Opfer, alles Sorgen und Nöten in heiliger Bereitschaft auf uns nehmen. Wie nie zuvor, treten wir unter das Kreuz unseres Heilandes und vereinen unser Leid, unsere Angst und Not mit der Seinen! Bleibe stark im Herrn, liebste Trude, wir glauben felsenfest an seine weise, göttliche Vorsehung, wir vertrauen in unerschütterlicher Weise auf seine Allmacht und Güte und schenken unserem Vater im Himmel restlos unsere Liebe!
Gründonnerstag!
Nach den herrlichen Tagen erwachenden Frühlings zog nun der Himmel das graue Kleid der Trauer an. Alles stimmt zur stillen Einkehr des Herzens. Wir haben in unserem Kirchlein wieder in ganz einziger Weise die Mysterien des Hl. Donnerstag gefeiert. Ich selbst durfte die ergreifenden Choralmelodien singen.
Nun leb’ wohl - Mit dem Kreuze unseres Heiles segne ich Dich auf immer und bleibe mit innigen und zarten Küssen
stets Dein Gatte Peter.

Ansicht des Briefes
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