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Brief (Transkript)

Horst Feldbusch an seine Eltern am 10.11.1943 (3.2002.0302)

 

Mährisch-Schömberg, 10.XI.43



Liebe Mutter!

Nun sind wir endlich nach einer 5 1/2 tägigen Fahrt hier angekommen. Quer durch Deutschland, quer durch das Protektorat sind wir hier im äussersten Südosten Deutschlands, am Arsch der Welt angelangt. Da das Wetter, bis auf Sonntag schön war, war die Fahrt an sich ganz nett. Leider konnten wir trotz oft unglaublichen Aufenthaltes bis auf kleine Spritztouren die Städte nicht besichtigen. Unsere Fahrt ging über Hannover, Magdeburg dann südwärts nach Wittenberg, Dresden immer die Elbe entlang an Erz- und Riesengebirge vorbei nach Aussig dann durchs Protektorat und wieder ins Sudetenland hinein. Die Fahrerei war trotz unglaublicher hygienischer Verhältnisse also doch ganz nett. Besonders die Haltung der Tschechen, die ganz offen eine unfreundliche, gehässige ist, war gut zu beobachten. Wahrscheinlich fahren wir in den nächsten Tagen weiter. Ziel: Russland. Doch weiss man noch nichts Genaues. Die Stimmung ist eigentlich ganz gut, allerdings nur unter uns Rheinländern. Hier habe ich auch einen prima Kameraden, er ist aus Düsseldorf und heisst Eom. Na, ich hoffe Du bist mit meiner Ausführlichkeit zufrieden, schreibe schnell, denn ich habe ausser Deinem Brief und Deiner Karte noch nichts bekommen und ich verbleibe mit vielen Grüssen an alle Dein Sohn
Horst

 

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