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Brief (Transkript)

Julius Lauth an seine Ehefrau am 11.12.1916 (3.2012.1801)

 

N. den 11. Dez. 1916



Liebe Hedwig!
Heute mittag erhielt ich Deinen Brief vom 9., heute morgen die Karte von Erika, über die ich mich sehr gefreut habe, u. einen Brief von Anna, daß das Paket angekommen sei u. daß es Margaret gut ginge. Der Brief im Paket war für Anna. Das nächste Paket schicke ich so, daß es Sonnabend ankommt. Dann kommst Du ja auch an. - Der Weihnachtsurlaub und der Urlaub überhaupt, auch für Offiziere wird jetzt sehr eingeschränkt. Ich hoffe aber doch noch, Weihnachten zu kommen. Sollte es wider Erwarten nicht möglich sein, so müßtest Du mir zu Weihnachten noch etwas Wäsche schicken, wenigstens Hemden u. Kragen. Aber hoffen wir das beste.
Ich nehme an, daß das Rindfleisch in der großen zuletzt gesandten Büchse eingekocht ist.
Ich glaube, der Krieg hat jetzt seinen Höhepunkt erreicht. Ich bin gespannt, was morgen im Reichstag vorkommt. An Sonderfrieden ist nicht zu denken. Aber etwas sehr wichtiges muß es doch schon sein. Bezeichnend ist es, daß man bei unsren Gegner jetzt doch schon andere Töne anschlägt, wenn es auch einstweilen nur die Sozialdemokraten sind. Wenn sie es erreichen, daß bald Frieden kommt, wäre es mir sehr recht. Man sehnt sich doch sehr nach dem Ende. Hoffentlich können wir uns Weihnachten wiedersehen. Ich freue mich, Dich in Deinem neuen Staat bewundern zu können.
Grüße zu Hause und sei mit Erika vielmals geküßt von
Deinem Julius.

 

 



Ansicht des Briefes

 

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